THW Kiel - Die Frauen

Der Niederlage von der Schippe gesprungen!

Nach so einem Spiel die richtigen Worte zu finden ist nicht immer leicht. Es war spannend bis zum Schluss (oder besser gesagt nur zum Schluss) - mehr aber auch nicht. Das, was wir über 60 Minuten aufs Parkett gezaubert haben war alles, nur nicht auf dem Niveau einer Landesliga- Mannschaft und unsere bis dato schlechteste Saisonleistung - zumindest was unsere Offensiv-Bemühungen betrifft. Denn bei nur 18 Gegentoren können wir ja nicht alles falsch gemacht haben. Und das haben wir auch nicht. Gegen gefällig spielende Gäste vom BSV Kisdorf waren wir in der Deckung von Beginn an hell wach und es gelang uns den Gegner immer wieder in schlechte Wurfpositionen zu bringen bzw. uns den Ball zu erkämpfen. Leider gab uns das aber nicht die nötige Sicherheit für das Spiel nach vorne. Wir betrieben im Angriff zwar einen immensen Aufwand, doch durch die neu eingeführte "3-Schritt Regel" und anderer technischer Unzulänglichkeiten kam oftmals kein vernünftiger Spielfluss zu Stande. Hauptproblem am heutigen Tag war allerdings ein über die gesamte Spielzeit fehlender "Zug zum Tor". Vielleicht waren wir aber auch nur ein wenig zu höflich, denn selbst eindeutige Einladungen seitens der Gäste schlugen wir fahrlässig aus, spielten den Ball lieber noch eine Station weiter und ließen uns im besten Fall festmachen, anstatt gleich die sich doch oftmals bietende Lücke zu nutzen. Man muss allerdings auch sagen, dass die Kisdorferinnen das sehr clever gespielt haben (oder wir halt eben nicht). Gemütlich harten die Damen an der 6m-Linie aus und staunten, wie wir versuchten meistens "mit" anstatt "ohne" Ball schneller die Seiten zu wechseln, als die Abwehr sich verschieben konnte. In die Halbzeit ging es übrigens mit einem leistungsgerechten 9:9, im Schnitt also ca. alle drei Minuten ein Tor.

Durchgang 2 begann dann mit einem wahren Paukenschlag. Binnen vier Minuten zogen die Zebras auf 13:9 davon und auf der Bank keimte sofort ein wenig Hoffnung auf, den Schlüssel gefunden zu haben. Es war alles zu sehen, was ein Trainerherz höher schlagen lässt. Ballgewinne in der Abwehr, schnelles Umschaltspiel und einfache Tore über die 1. und 2. Welle. Doch anstatt jetzt einen Flächenbrand auszulösen, beließen wir es bei einem kleinen Strohfeuer, das genau so schnell wieder erlosch, wie es gekommen war. Höchstwahrscheinlich schon mit der Gewissheit des sicheren Sieges, stellten wir ab der 35. Minute das Handballspielen förmlich ein. Der Gegner konnte nicht nur zum 13:13(41.) ausgleichen sondern beim 13:15(43.) das erste Mal mit zwei Treffern in Führung gehen. Beide Mannschaften zeigten jetzt ein Herz für die Zuschauer und gaben denen die Gelegenheit, sich nochmal einen frischen Kaffee zu holen oder die Nase zu pudern. Denn erst sieben Minuten später fiel der 14:15(50.) Anschlusstreffer für die Zebras. In Überzahl gelang uns dann wieder der Ausgleich zum 16:16(54.). Im weiteren Verlauf legten die Gäste immer ein Tor vor und wir konterten. So dann auch 20 Sekunden vor Schluss, als Franziska Fock mit einem -heute viel zu selten gesehenen- Rückraumwurf für den 18:18 Endstand sorgte.

Als Erkenntnis aus diesem Spiel bleibt, dass noch jede Menge Arbeit auf uns wartet, damit wir als Team spielerisch besser zueinander finden (war da nicht was in der Vorbereitung?). Es hat aber auch wieder gezeigt, dass wir als Mannschaft bereit sind zu kämpfen und bis zum Ende mit uns zu rechnen ist. Wir sollten uns allerdings nicht zu sehr immer auf unser Glück verlassen und vielleicht können wir nach unserem nächsten Spiel gegen den TUS Lübeck wieder ein positiveres Fazit ziehen.

Eure 1. Frauen

 

Für den THW spielten: (TW)Annika Sievers;(TW)Maximiliane Riemenschneider; Birthe Lamberti(1); Lena Buelck; Denise John(4/0); Kristina Brüning(3); Franziska Fock(3); Sarah Steffanowski(1); Franziska Miskic; Patricia Miskic; Kim Schwardt(3); Lena Hansen(1); Adalheidur Alfredsdottir(2); Jennifer Johnsen