THW Kiel - Die Frauen

Zebras mit starkem Auftritt!

Was für ein Spiel! Nachdem wir in der letzten Partie vor den Herbstferien aufgrund einer desolaten 2. Halbzeit unsere erste Niederlage gegen den TuS Lübeck einstecken mussten, machten wir es heute dafür um so besser. Zu Gast hatten wir die Überraschungsmannschaft von der SG Kollmar/Neuendorf, die vor der Partie mit 9:3 Punkten punktgleich mit Tills Löwen an der Tabellenspitze rangierte. Obwohl wir sehr konzentriert und hellwach in die Partie starteten, konnten die Gäste sich bis zur 7. Minute auf 3:1 absetzen. Dann allerdings übernahmen wir das Kommando. Die Zieloptik war nun endlich richtig justiert und in der Abwehr der Betonmischer in die richtige Position gebracht. Über 3:3 (9.) konnten wir uns über 6:4 (13.) erstmals eine zwei Tore Führung erspielen. Zwar gelang es dem Team von der Elbe noch einmal den 6:6 (15.) Ausgleich zu erzielen, aber von nun an waren wir die spielbestimmende Mannschaft. Hinten ließen wir fast nichts mehr zu und wenn doch eine gegnerische Spielerin einen Weg durch den gut gestaffelten Abwehrriegel fand, war spätestens bei unser heute bärenstarken Schlussfrau Annika Sievers Endstation. Doch auch im Spiel nach vorne wussten wir zu überzeugen. Gerade durch unsere 1. Welle kamen wir sehr oft zu einfachen Toren und so wundert es nicht, das sich unser Außen-Express Denise John mit 12 Treffern in die Torschützenliste eintragen konnte. Doch auch im Positionsangriff spielten wir sehr variantenreich und konnten durch gefällige Kombinationen immer wieder gute Torchancen kreieren. Sinnbildlich für den Willen des gesamten Teams unbedingt 2 Punkte zu holen ist dann wohl auch das spektakulärste Tor des Tages durch Franziska Fock, die von der RA Position in den Kreis hechtete und den freien Ball am gegnerischen Torwart vorbei ins Netz „boxte“. Beim 13:8 wurden die Seiten gewechselt und wir mussten schon ein wenig die Euphorie-Bremse drücken. Denn zu oft in der Vergangenheit zeigten wir zwei Gesichter in einem Spiel. Wir machten allerdings da weiter, wo wir aufgehört haben. Konsequente Abwehrarbeit, Geduld und Zielstrebigkeit im Angriff. Über 17:10. (38.) und 22:14 (47.) bauten wir den Vorsprung, getragen von einem tollen Publikum und der grandiosen Stimmung auf der Bank, selbst in Unterzahl Stück für Stück aus. Den Gästen, die sicher auch etwas ersatzgeschwächt in die Partie gingen, bissen sich an den Zebras förmlich die Zähne aus und so erreichten wir nach 60 Minuten einen auch in der Höhe verdienten 27:18 Heimsieg, der ohne Übertreibung, ein Erfolg der gesamten Mannschaft ist.

Dass es trotz dieses wirklich tollen Spiels im Anschluss leider auch Tränen in der Kabine gab, hatte einen anderen Grund. Für unsere Nummer 3 Birthe Lamberti, bei allen eher unter ihren Alias „Dörthe“ bekannt, war es vorerst das letzte Spiel im Trikot der Schwarz-Weißen. Gesundheitsbedingt (und nein, sie ist nicht schwanger) ist es ihr leider nicht mehr möglich, weiterhin ihrer geliebten Sportart nachzugehen. Wir müssen in Zukunft damit nicht nur auf eine Spielerinn verzichten, die wir auf jeder Position (außer im Tor) einsetzen konnten, sondern auch auf jemanden, der sich immer zu 100% in den Dienst der Mannschaft gestellt hat und für den aufgeben nie eine Option war.
„Liebe Birthe, wir werden deine liebe, chaotische und lustige Art schrecklich vermissen und hoffen, dass du uns, so oft es geht, von der Tribüne anfeuern wirst.“

 

Für den THW spielten: (Tor) Annika Sievers (0.-50. Min.) ; Laura Napp (50.-60. Min.); Birthe Lamberti (2); Lena Buelck (1); Adalheidur Alfredsdottir; Denise John (12/2); Kristina Brüning (2); Franziska Fock(1); Tessi-Marleen Pomarius (2); Sarah Steffanowski (2); Franziska Miskic (1); Patricia Miskic; Kim Christin Schwardt (4); Lena Hänsen