THW Kiel - Die Frauen

Mission erfüllt: Zebras erlegen die Löwen!

Am Samstag standen sich die beiden letztjährigen SH-Liga Absteiger in der HWH gegenüber. Vor der Saison sicherlich als Spitzenspiel gehandelt, spielten beide Teams bisher allerdings eine eher durchwachsene Hinrunde, denn mit bereits acht Minuspunkten auf dem Konto hinken beide Mannschaften den eigenen Erwartungen doch ein wenig hinterher. Da deshalb nur für den Sieger dieser Partie zumindest noch die theoretische Chance bestand in die vordere Tabellenregion vorzustoßen, war für einen spannenden Handballabend alles angerichtet.

Und das Spiel hielt auch das was es versprach - zumindest was die Spannung anbelangte. Beide Mannschaften agierten in den Anfangsminuten sehr nervös, aber den besseren Start erwischten eindeutig die Zebras. Nach sieben Minuten führte der THW mit 3:0, verpasste es aber den Vorsprung weiter auszubauen. Zu oft standen gerade in der Anfangsphase der Pfosten, die Latte und manchmal auch die Spieler selbst sich im Weg ?. Nach einem Time-Out auf Seiten der Gäste (14.) schmolz der ohnehin nur geringe Vorsprung Tor um Tor dahin. Über 6:5 (20.) war das Spiel beim 7:7 (22.) wieder völlig offen. So blieb es dann auch bis zur Halbzeit. Zwar konnten die Gastgeber sich immer wieder ein bis zwei Tore absetzen, aber die Antwort der Gäste aus Mölln ließ immer nicht lange auf sich warten.
Beim 12:12 wurden die Seiten gewechselt und es blieb auch im 2. Durchgang ein enges Spiel. Als beim 17:18 (42.) dann allerdings die Löwen das erste Mal die Führung in dieser Partie übernahmen, schien es fast so als würden die Gäste die Oberhand über das Spiel bekommen. Doch durch eine Umstellung auf eine 5:1 Deckung wurde das Angriffsspiel der Gegner dann so empfindlich gestört, dass die Landeshauptstädterinnen sich zwischen der 47. und 56. Minute auf 25:21 absetzen konnten. Wer allerdings glaubte das wäre schön die Entscheidung gewesen, irrte gewaltig. Möllns Trainer Kim Sörensen verordnete seinem Team für die letzten Minuten eine offensive Manndeckung und brachte dadurch nicht nur die Bank des THW Kiels ordentlich ins Schwitzen. 25:22....25:23....25:24 und noch 1:10 Minuten auf der Uhr. Eigentlich zu viel, um die Zeit nur runter zu spielen. Dass dann auch noch der Pfiff vom Kampfgericht für das letzte Time-Out der Kieler etwas verspätet, aber zeitgleich mit dem Wurf von Kim Schwardt ertönte, brachte zusätzliche Zeit. Das Ärgerliche aber: Der Wurf schlug oben rechts in den Winkel ein und dieses wäre die endgültige Entscheidung gewesen. Bei 59:23 auf der Uhr ging es also nochmal mit Ballbesitz für den THW weiter und 10 Sekunden vor Schluss dann die Erlösung durch Sarah Steffanowski, die von Linksaußen zum 26:24 Endstand einnetzte.

Es war zwar kein hochklassiges Spiel, bot den Zuschauern allerdings beste Unterhaltung, bei dem die Zebras ein am Ende zwar glücklichen, aber über die 60 Minuten betrachtet, auch verdienten Sieg eingefahren haben.