THW Kiel - Die Frauen

Déjà-vu gegen den Spitzenreiter

Wer wissen möchte, wie das Spiel beim HC Treia/Jübek lief, kann sich eigentlich auch den Bericht zum Hinspiel durchlesen: enge erste Halbzeit, lange mitgehalten, am Ende mit ein paar Toren zu viel verloren. Und dabei stand da im November noch eine ganz andere Truppe auf dem Platz. Beas Part am Kreis wurde heut erneut von Ada übernommen. Kiwi, die im Hinspiel die Regie übernahm, muss mit einer Knieverletzung die nächsten Wochen pausieren – dafür nahm Branca auf der Mitte erneut die Zügel in die Hand, während heute Johnny statt wie sonst so oft Krissi reihenweise Chancen von Rechtsaußen verwandelte. Scheint, als könnten wir mannschaftsintern lückenlos rotieren, ohne dass es zu Einbrüchen kommt. Dennoch schien am Ende die Breite des Kaders mitverantwortlich dafür zu sein, dass wir nicht über 60 Minuten Tempo und Härte des Gegners mitgehen konnten – am Ende versagten die Kräfte, während beim Tabellenführer noch munter durchgewechselt werden konnte. Oder sagen wir: hätte werden können, denn letztlich ließ Thomas Bleicher über die gesamte Spieldauer seine „erste Garde“ spielen – was wir wohl durchaus als Kompliment verstehen können, verlangten wir dem potenziellen Aufsteiger in die Oberliga doch einiges ab.

In den ersten Minuten scheinen wir noch nicht ganz da zu sein. Wir spielen im Angriff etwas überhastet, lassen uns von der vorgezogenen Spitze der 5:1-Abwehr irritieren und werfen den Jübekerinnen die Bälle in die Hände, die diese über Konter zu einfachen Toren verwandeln. Nach nur sechs Minuten steht es bereits 6:2, der Favorit scheint seiner Rolle gerecht zu werden. Doch so schnell wollen wir die Punkte nicht aus der Hand geben. Die Abwehr stabilisiert sich und Laura hält stark, vorne finden wir langsam die Lücken in der offenen Abwehr und gleichen nach einem 4:0-Lauf in der 11. Minute aus: 6:6. Als es beim 11:11 in der 25. Spielminuten noch immer ein Spiel auf Augenhöhe ist, nimmt der HC eine Auszeit. Auch die hilft wenig, dem Tabellenführer fällt im Angriff nicht mehr viel ein, immer wieder laufen sie sich in unserer Defensive fest. Wir legen beim 12:13 vor und gehen mit einem Unentschieden in die Halbzeit.

Im zweiten Durchgang geht es zunächst ähnlich weiter – bis zur Endphase bleibt es eng, die Gastgeberinnen liegen stets nur knapp vorne (15:14 34., 16:16 38., 20:18 44., 23:21. 51.). Die kurze Abwehr gegen Treias Hauptschützin Jule Dahm geht über weite Strecken auf, vorne finden sich immer wieder Möglichkeiten für unsere Kreisläuferinnen und Außen. Nachdem Bambi jedoch mit einer Knöchelverletzung ausfällt, wird die Luft merklich dünner, es fällt uns immer schwerer, den Block der Heimmannschaft zu überwinden, der Arm der Schiris geht immer wieder nach oben. So fehlen in den letzten Minuten die Kräfte und der Sieg des HC fällt mit sechs Toren zu deutlich aus.

Wir konnten den Favoriten ärgern und haben über lange Strecken ein starkes Spiel gezeigt – auch wenn’s dafür wieder einmal keine Punkte gibt, haben wir uns hoffentlich für die nächsten Partien warm gespielt, denn gegen Oeversee und Fockbek werden Siege zur Pflicht, wenn das rettende Ufer für den Klassenerhalt doch noch erreicht werden soll.

Tore für die Zebra-Damen: Denise 10/2, Lisa, Branca und Manya je 3, Ada, Birthe, Jo und Anna je 1.