THW Kiel - Die Frauen

THW Frauen 1 im freien Fall – und vor einem großen Umbruch

Schon drei Spieltage vor Saisonende war unser Schicksal besiegelt, wir werden die Schleswig-Holstein-Liga nach einem Jahr der Durchreise in Richtung Landesliga verlassen. Mit 10:42 Punkten beenden wir die Saison auf dem letzten Tabellenplatz. Das muss man erstmal sacken lassen, zumal wir doch letzte Saison erst aus der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein abgestiegen waren.

Wobei man von einem „wir“ eigentlich nur bedingt sprechen kann und genau dort lag ein entscheidendes Problem für die nun abgelaufene Saison. Im letzten Jahr blieben lediglich sechs Damen aus der alten Mannschaft übrig und so stand der nach zweijähriger Auszeit zum THW zurückgekehrte Trainer Patrick Kohl vor der Herausforderung, während der Sommerpause einen neuen Kader zusammenzustellen und zu einem Team zu formen. Schließlich stieß der letzte Neuzugang noch im Januar zu uns, wir befanden uns in einer andauernden Findungsphase. Die personelle Unterstützung durch die zweite Mannschaft wirkte lange eher halbherzig und sorgte auch in der Führungsriege für Unmut, bis im Laufe der Saison ein passendes Konzept gefunden wurde. Als uns auch noch langwierige Verletzungen heimsuchten und unsere Kapitänin schwanger wurde, ergänzte die „Dritte“ den Kader – ein großes Dankeschön gilt hier vor allem Paola Weber! Doch so stand insbesondere in der Hinrunde immer wieder eine zusammengewürfelte Truppe auf dem Feld. Wir zeigten oft gute Ansätze, schafften es aber viel zu selten über 60 Minuten eine konstante Leistung auf die Platte zu bringen. Viele Spiele gingen denkbar knapp verloren und zur „Halbzeit“ konnten wir lediglich einen Sieg und zwei Unentschieden auf der Habenseite verbuchen – einen der Punkte erkämpften wir wohlgemerkt gegen den diesjährigen Meister, den SV Preußen Reinfeld!

Generell wurde immer wieder deutlich, dass in der Liga jeder jeder schlagen konnte, was auch die Tabellenspitze zeigt: Die zwei Aufsteiger – auch die HSG Holstein Kiel/Kronshagen hat den Sprung in die Oberliga geschafft – haben ganze 16 Minuspunkte angesammelt, lange spielten noch sechs Teams um die Aufstiegsplätze mit. Davon waren wir bekanntlich stets weit entfernt. Zum Glück trug das Training irgendwann doch Früchte und in der Rückrunde – mittlerweile hatte Patrick uns aufgrund beruflicher Veränderungen verlassen und der Trainer der Zweiten, Thorsten Tüx, das Trainerruder übernommen – stellten sich kleine Erfolge ein. Wir konnten noch ein paar Siege einfahren und Handball machte auch mal wieder Spaß – doch am Ende reichte es nicht mehr für den Klassenerhalt.

In der kommenden Saison steht nun wieder ein Neustart bevor, aus den THW Damen I und II wird eine Mannschaft, denn auch in diesem Jahr haben wir zahlreiche „Abgänge“ zu verkünden: Manya Petermann verlässt nach neun Jahren die erste Mannschaft, um es nach vielen Verletzungen – aktuell zwingt sie ein Bandscheibenvorfall zur Handballpause – in der „Dritten“ etwas ruhiger angehen zu lassen. Auch Anna Skrzypczak geht diesen Weg, denn Handball steht auf der Prioritätenliste nicht mehr an erster Stelle. Antje „Svanner“ Thormann bleibt zwar dem THW treu, doch nach ihrem Kreuzbandriss treibt es sie an die Seitenlinie, wo sie die 2. männliche D-Jugend übernehmen wird – ihr Trainertalent hat sie bereits neben unserer Auswechselbank unter Beweis gestellt. Auch Kim Wotschke legt nach ihrer Knie-OP eine Zwangspause ein, bevor sie bei einem neuen Verein wieder angreift. Kristin Dins, Lea Busekow und Johanna Matthießen haben ihr neues Team bereits gefunden: Jo wird nach vielen Jahren als Zebra zu den Holsteiner „Krabben“ übersiedeln, Krissi wechselt zur HSG OKT II, Lea wird zukünftig das Tor des Preetzer TSV hüten. Lisa Thomsen, erst im November zu uns gestoßen, beendet ihr Studium in Kiel und verlässt die Stadt – zunächst soll es für ein paar Monate in die USA gehen, bevor es sie zurück in die Hamburger Heimat zieht.

Angesichts dieses erneuten Umbruchs scheint die Strategie „aus zwei mach eins“ ein sinnvoller Ansatz zu sein, um ergänzt durch einzelne Neuzugänge einen breiten und vor allem eingespielten Kader zu schaffen, der sich in der Landesliga finden kann und dort den Blick möglichst schnell wieder nach oben richten sollte.

Jetzt gilt es also den Abstieg schnell abzuhaken und nach vorne zu schauen -wir sind uns sicher: Wir packen das!